Lebensberichte


Alexander - nicht die Gesunden brauchen einen Arzt

... sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Buße(Jesus Christus in Lukas 5,31.32).

Ich wurde Mitte der 1970er Jahre in einer norddeutschen Großstadt geboren. AlexanderMeine Eltern waren liebevoll und ich habe eine gute Kindheit gehabt. Sie hatten mit Glauben nicht wirklich zu tun (obwohl es in beiden Familien Christen gab), dennoch schickten Sie mich auf eine katholische Grundschule: ich sollte ein guter Schüler werden und das wurde ich auch.

Etwa zeitgleich mit dem Wechsel in die fünfte Klasse einer andere Schule begann meine Leistung nachzulassen: ich war im Unterricht nicht mehr aufmerksam und habe keine Hausaufgaben gemacht, sondern angefangen, in meiner eigenen Traumwelt zu leben: so begann ich mit 14 Jahren mit dem Rauchen, später hing ich dann jeden Tag in der Innenstadt herum und fing an, regelmäßig Ladendiebstahl zu begehen - des “Kicks” wegen, nicht etwa aus Mangel.

[aus Sprüche 22,15: Torheit steckt dem Knaben im Herzen]

Mein einziges Ziel und meine größte Sehnsucht in dieser Phase meines Lebens war, so bald wie möglich eine Freundin zu haben und mit ihr zu schlafen. Mein ganzes Umfeld schien zu bestätigen, dass das das größte im Leben sei. Dieses Verlangen sollte eine der Triebkräfte für meine (Sehn-)Sucht werden. 

In dieser Zeit wurde mir allerdings auch bewusst, das mein Leben irgendwie sinnlos war; gleichzeitig signalisierte mir mein Gewissen leise, dass ich mich auf einem falschen Weg befinde. Typischerweise habe ich die Schuld jedoch woanders gesucht und “die kranke Gesellschaft” angeklagt. Nach ihren Werten und Normen wollte ich nicht leben.

Aus dieser Haltung der Rebellion fing ich mit 16 Jahren an, Heavy Metal (insbesondere die extreme Stilrichtung des Death Metals) zu hören und E-Bass zu spielen. Drei Monate später hatte ich meinen ersten Auftritt mit einer Coverband. Letztlich träumte ich immer mehr den Traum, eines Tages Rockstar zu werden... einen “normalen” Beruf anzustreben schien sinnlos für mich.

Meine Clique traf sich jeden Samstag Abend in der Wohnung eines Freundes (dessen Eltern jedes Wochenende in ihrem Ferienhaus verbrachten), um sich zu betrinken und dann in die Kneipenmeile zu gehen. Als ich 17 war, kam Haschisch dazu und schon bald hatte das Kiffen das Betrinken abgelöst... ein, zwei Jahre später hat der Grossteil meiner Clique täglich gekifft - wir waren süchtig!

Unter dem regelmäßigen Cannabis-Konsum litten natürlich auch alle anderen Lebensbereiche, so dass ich in der Schule weiter absackte und die zwölfte Klasse wiederholen musste. Ich wollte mein Leben in den Griff kriegen, machte mir Pläne, mit dem Kiffen aufzuhören und gesund zu leben, doch es war damit wie bei einem Kartenhaus: nimmt man eine Karte heraus, stürzt der Rest zusammen.

Durch dieses ständige Versagen ebnete ich mir den Weg für Depressionen. Ich fing an, mich vor meinen Eltern selbst niederzumachen und zu ohrfeigen; ich schrie vor Ihnen, dass ich mich hasste und mein Leben nicht mehr leben wollte. Eine Freundin meiner Mutter hatte einen Bekannten, der in der psychiatrischen Abteilung eines Krankenhauses arbeitete. Dieser schlug vor, dort einmal hinzufahren - das war der Anfang (m)eines Alptraums...

Der Chefarzt der Abteilung kam in den Raum und sah, dass ich sehr aufgebracht war. Er stellte mir drei kurze Fragen: ob ich selbstmordgefährdet sei, ob ich Drogen nahm und wie lang der letzte Drogenkonsum her sei. Einen kurzen Moment später kamen sechs Mann in den Raum, fixierten mich auf einer Liege und man gab mir ein Spritze mit Haldol (ein Neuroleptikum), welche mich im wahrsten Sinne des Wortes umgehauen hat. Am nächsten Tag (ich war völlig benebelt) bekam ich die Diagnose: ich hätte eine schizophrene Psychose und müsste auf richterliche Anordnung sechs Wochen in der geschlossenen Abteilung verbringen - es sollte die schlimmste Zeit meines Lebens werden!

Meine Depressionen wurde durch diesen “Eingriff” um ein mehrfaches verschlimmert: mir ging es extrem dreckig, fünf Minuten kamen mir vor wie ein Tag, nichts machte auch nur im Ansatz noch Freude. Freunde und Lehrer kamen mich besuchen, aber ich war aufgrund des Neuroleptikums wie ein Zombie. Schließlich wurde die richterliche Anordnung aufgehoben und ich wurde nach drei Wochen entlassen. Ich hoffte, alles sei vorbei, doch ich fühlte mich genauso mies wie im Krankenhaus.

Zum Glück fand ich bald einen sehr guten Arzt, der sofort merkte, dass seine Kollegen im Krankenhaus eine falsche Diagnose gestellt hatten: ich war depressiv, doch die Depression zeigte sich durch Aggressionen gegen mich selbst. Er setzte das Neuroleptikum sofort ab und ich bekam ein Antidepressivum - richtig geholfen hat es aber auch nicht.

Die folgenden Monate waren für mich eine wahre Seelenqual, doch etwa ein halbes Jahr später ging es mir wieder einigermaßen gut und ich begann erneut, regelmäßig zu kiffen. Dieses Muster (Depressive Phase -> Besserung -> erneuter Cannabis-Konsum) wiederholte sich in den kommenden drei Jahren mehrmals - sehr zum Leidwesen meiner Familie! 

[Sprüche 26,11: Wie ein Hund, der zurückkehrt zu seinem Gespei, so ist ein Tor, der seine Narrheit wiederholt.]

Im Jahr 2000 zog ich nach meinem Zivildienst nach Hamburg, da eine Jugendfreund auch dort hingezogen war und ein Zimmer frei hatte. Mein Ziel war es, eine Schule für Tontechnik zu besuchen, die allerdings sehr teuer war, so dass ich mir erstmal einen Job suchen musste. Ich bewarb mich auf Empfehlung eines Bekannten in einem Call-Center und saß vor dem Gespräch mit einer jungen Dame zusammen, die mir von einer Firma in der Hamburger Innenstadt erzählte, die Telefonverkäufer in Vollzeit suchten. Nach dem Vorstellungsgespräch fuhr ich direkt in die Stadt (was sehr untypisch für mich war, normalerweise hätte ich es auf den nächsten Tag verschoben), fand die Firma auch sofort (obwohl ich den Namen nicht kannte) und es war auch noch einer der Geschäftsführer im Büro, der mir dann für den kommenden Vormittag einen Termin für ein Vorstellungsgespräch mit der Sekretärin gab. Daraufhin bekam ich den Job.

Zur gleichen Zeit, als ich nach Hamburg zog, zog auch ein Freund meiner damaligen Schule dort hin. Er war Sprüher und hatte zwischenzeitlich seinen Zivildienst in Fürth abgeleistet, um dort in der Nähe seines Vorbilds aus der Graffiti-Szene zu sein. Er berichtete mir, das dieser sich total verändert hätte: er sprühe nicht mehr illegal, habe mit dem Drogenkonsum und

-handel aufgehört, lese jetzt in der Bibel und ginge in eine christliche Gemeinde. 

[2.Korinther 5,17: Daher, wenn jemand in Christus ist, da ist eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.]

Mein Freund und ich trafen uns regelmäßig und er erzählte mir von dem, was er aus der Bibel kannte; besonders die Aussprüche Jesu (wie z.B. in der sog. “Bergpredigt”, Matthäus 5-7), aber auch die Aussagen über die Zustände unserer Zeit, die in der Bibel vorausgesagt sind, haben mich sehr fasziniert. Ich hörte das zum ersten Mal und ich war so neugierig, dass ich mir “heimlich” in einer evangelischen Buchhandlung eine Bibel kaufte. Der Verkäufer fragte mich, ob ich die Bibel denn schon kenne; ich verneinte, worauf er mir den Tipp gab, doch erstmal mit dem Neuen Testament anzufangen, was ich dann auch tat. 

Von dieser Zeit an hat Gott sich mir offenbart: einerseits durch das Lesen der Bibel, aber auch sehr deutlich durch Ereignisse und Situationen. Es war so, als ob Er immer wieder sagte: “Ich bin da.” 

Ich war zum Beispiel auf einem großen Rock-Festival, auf dem Christen Traktate (Flyer mit christlicher Botschaft) verteilten; ich fand ein solches im Gras und nahm es mit, um später feststellen zu müssen, dass es wie genau für mich geschrieben war. Ich bestellte mir daraufhin weitere Traktate und Bücher aus diesem Verlag und habe dadurch allmählich immer mehr vom Evangelium, der “Guten Botschaft” der Bibel verstanden. Das Ganze hatte aber auch einen anderen, unangenehmen Nebeneffekt: meine große Sündhaftigkeit wurde mir immer mehr bewusst - mir wurde klar, dass ich so, wie ich war und lebte nicht vor Gott bestehen konnte!

Am meisten hat mich das Lesen über die Person Jesus Christus angesprochen: Sein Liebe, Sein Reden und Sein Handeln ist einfach perfekt. Auch wenn ich Seinen Tod und Seine Auferstehung vorerst nicht verstand, wusste ich bald in meinem Innersten: dieser Jesus ist mehr als nur ein Mensch. Zu so einer Aussage hätte mich früher keiner gebracht, ich war der festen Überzeugung, es gäbe kein gut oder schlecht, wahr oder falsch - jeder müsse seinen eigenen Weg finden. 

[Johannes 14,6: Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.]

Leider habe ich meinen Drogenkonsum auch in dieser Zeit nicht lassen können, doch dadurch, dass ich jetzt täglich arbeitete, musste ich ihn einschränken. Dazu kam, dass ich anfing (da ich jetzt die finanziellen Mittel hatte) am Wochenende regelmäßig Kokain zu nehmen.

Meine Firma bot mir einen Job in Berlin an und ich zog Anfang 2001 dort hin. Dort ging zwar die berufliche, aber auch die Drogenkarriere weiter: ich fing an meine “Lieblingsdroge” zu entdecken: Amphetamine (auch “Speed” genannt). Cannabis, Kokain und Ecstasy nahm ich aber auch mehr oder weniger regelmäßig. Ich hatte einen zuverlässigen Dealer, der alles außer Heroin verkaufte. Ich fing an, die Wochenenden regelmäßig auf sogenannten Reggae- & Dancehall-Parties durchzumachen. Oft war ich der letzte, der den Club verließ. Dieser Lebensstil hat mich immer mehr ausgepowert, was sich schließlich auch auf die Leistung bei der Arbeit niederschlug.

Gott hat aber weiter unzweideutig in mein Leben gesprochen: es kam mir vor, als ob ich mich an einer Weggabelung befinde, die immer weiter auseinander ging: auf der einen Seite die Partys und Drogen mit einem Bein, auf der anderen Seite der schmale Weg Jesu Christi mit dem anderen - jetzt war ich in gewisser Weise wirklich schizophren!

Im Herbst 2002 ging ich das erste Mal in eine freichristliche Gemeinde - interessanterweise hat ein Moslem aus Ghana, den ich von den Dancehall-Partys her kannte, den Kontakt hergestellt. Als ich das erste Mal dort hin ging, war es, als ob der Himmel aufgeht und Gottes Finger auf mich zeigt: diese Predigt war 100%ig für mich! Sie handelte von der Gnade Gottes, die größer ist als unser eigenes Herz, dass uns verdammt. Ich musste ununterbrochen weinen.

Jetzt lernte ich nach zwei Jahren das erste Mal Christen kennen, die entschieden waren, dem Herrn Jesus nachzufolgen - das hat mich unheimlich motiviert, aber richtig entschieden war ich noch nicht. In den nächsten Monaten bekam ich in den Genuss christlicher Beziehungen: wir lasen zusammen in der Bibel und es wurde für mich gebetet. Dennoch habe ich die Partys und Drogen nicht gelassen. Mir wurde dazu auch bewusst, dass ich, wenn ich Christus nachfolgen wollte, nicht länger in meiner Firma arbeiten konnte, da ihr Erfolg (wie ich im Laufe der Jahre herausfand) sich letztlich auf Lügen aufbaute. Ich sprach mit meiner damaligen Chefin und diese hat mich dann gekündigt. Mein letzter Arbeitstag war ein Freitag und meine Kollegen haben sich sehr lieb von mir verabschiedet. 

Ich beschloss, mir noch ein einziges Mal (wie oft hatte ich das schon in meinem Leben gesagt!) die Kante zu geben und fuhr um ca. 16 Uhr zu meinem Dealer nach Kreuzberg. Dort holte ich mir Gras und Speed. Seltsamerweise waren wir für etwa zwei Stunden ganz alleine, obwohl Freitag immer der Tag ist, an dem sich mit Drogen fürs Wochenende eingedeckt wird. Wir unterhielten uns über alles mögliche, bis wir schließlich auf das Thema “Waffen mit sich herumführen” kamen. Er hatte immer ein Messer dabei; ich sagte ihm, dass es gefährlich sei, denn es könnte ja sein, dass er, wenn er selbst im Rauschzustand ist, jemanden damit umbrächte... und haargenau das ist am nächsten Tag passiert!

Im selben Club, in dem ich am Freitag feiern gewesen war, war mein Dealer am Samstag gewesen. Man hat ihm von hinten eine Flasche über den Kopf geschlagen, er drehte sich um, zog sein Messer und stach zu - sein Angreifer war sofort tot! Als ein Freund mich am Sonntag anrief und mir dies berichtete brach ich weinend zusammen: dies war für mich ein eindeutiges Zeichen Gottes, mein altes Leben zu verlassen, Buße zu tun und ganz zu Seinem Sohn Jesus Christus zu kommen! 

In diesem Moment war ich fest entschlossen, das “letzte Hintertürchen zur Welt” endgültig zuzuschlagen. Genau eine Woche später habe ich diese Entscheidung mit meiner Taufe festgemacht.

Im Rückblick betrachtet sehe ich Gottes Gnade und Sein Handeln durch mein ganzes Leben hindurchwirken - auch in der Zeit, als es mir sehr schlecht ging und ich Ihn noch nicht kannte. Er zeigte mir, wir krank ich durch die Sünde wirklich war. Er brach meinen Stolz und hat mir Seine große Liebe in Seinem Sohn, gestorben für meine Schuld und Sünde unmissverständlich vorgestellt - ich freue mich auch heute noch täglich darüber, dass Er mich gerettet hat! 

[Johannes 3,16: Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.]

Ich möchte Sie, lieber Leser, dazu ermutigen, mit Ihrer Entscheidung aber nicht so lange zu warten wie ich, wenn Gott an Ihre Tür klopft - es kann einen Zeitpunkt geben, an dem es zu spät ist. Zwischen dem “Jetzt” und der Ewigkeit kann es nur einen Schritt weit entfernt sein! 

[Jesus Christus in Offenbarung 3,20: Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an; wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen.]

Alexander


Wir bedanken uns für die Erlaubnis.



Bitte lesen Sie die Bibel - das Wort Gottes!



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Herr, mein Knecht liegt zu Hause gelähmt und wird schrecklich gequält.

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   Ich will kommen und ihn heilen. »


Matthäus 8,6+7

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