Lebensberichte

Ich war nicht immer Alphornbläser  

von Lorenz Schwarz

Auch wenn ich während meiner Jugendzeit neun Sommer als Hirtenjunge auf verschiedenen Alpen verbrachte, so blieb das Alphornblasen nur ein Traum. Mit 18 Jahren ergriff ich die Gelegenheit, einen Beruf im Bausektor zu erlernen, welchen ich anschließend auch ausübte. Ich wollte aus meinem Leben etwas machen. Schließlich war ich mit 24 Jahren mit meinem Leben völlig am Ende. Nichts mehr wollte richtig klappen. Einiges vermasselte ich mir selber, anderes wurde durch Umstände und Mitmenschen verursacht. Nicht Alphorn-, sondern Trübsalbläser wäre damals der richtige Titel für mich gewesen. Oft liegt uns Menschen das Trübsalblasen näher. Deshalb gebe ich meinen Mitmenschen gerne Anteil an meinem Erleben. Als ich vor Verzweiflung nicht mehr weitersah, fing Gott in meinem Leben zu wirken an.

Ich weiß, es geht Tausenden von Menschen heute noch ähnlich wie damals mir: Pech in der Liebe, Verlust der Arbeitsstelle, kein Geld? Als wäre dies noch nicht genug, wird auch noch die Wohnung gekündigt. Hinzu kommt oftmals eine seelische oder psychische Erkrankung. Viele wissen dann plötzlich nicht mehr weiter und würden sich am liebsten auslöschen. In einer so misslichen Lage war ich auch.

Warum sollte ich noch weiterleben?

Depression, Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit, Sinnlosigkeit und Selbstmordgedanken verfolgten mich Tag und Nacht. Am schlimmsten war es an den Wochenenden, wenn die wenigen Menschen, zu denen ich noch Vertrauen hatte, nicht erreichbar waren. An solchen Tagen wurden die Wolken über meinem seelischen Zustand immer dunkler. An einem Samstag wollte ich schließlich allem ein Ende machen. Ich mochte einfach nicht mehr weiterleben. So lud ich die Armeewaffe, welche ich im Hause hatte, und wollte abdrücken. Doch irgendwie funktionierte es nicht. Ich hatte keine Erklärung dafür. "Nun", dachte ich, "es gibt ja noch andere Gelegenheiten, um sich das Leben zu nehmen." Ich stieg von meiner kleinen Dachwohnung durch eine Öffnung auf das Dach hinaus, überschritt die schmiedeiserne Abschrankung und wollte vom sechsten Stock in die Tiefe springen. Eine unsichtbare Macht hielt mich zurück. War es Feigheit oder Angst vor dem Sterben? Ich lasse das offen! Ich ging zurück ins Zimmer, nahm alles Geld, das ich hatte, und wollte mich, wie auch schon, ins Zürcher Vergnügungsleben stürzen. Ich wollte mir mit Alkohol Mut antrinken, um meinen Plan auszuführen.

Dann griff Gott ein!

LorenzBis dahin war Gott für mich eigentlich kein Thema. Ich wuchs nicht besonders fromm auf, hatte auch nie großes Interesse an Gott gezeigt. Eher machte ich mich lustig über ihn oder sang Spottlieder. Menschen, die von Gott redeten, waren nicht meine Vorbilder. Auf dem Weg zum Vergnügungszentrum wurde ich von zwei Mädchen zu einem christlichen Film eingeladen. Ich war nicht besonders begeistert von dieser Einladung, sah mir den Streifen aber trotzdem an. Mit dem Inhalt konnte ich nicht viel anfangen, doch am Schluss ergriff mich die eine Frage:

"Wenn du heute stirbst: Bist du bereit, Gott zu begegnen?"

Niemand im Lokal wusste von meiner Hoffnungslosigkeit. Der Film war auch nicht auf mich abgestimmt. Niemand kannte mich. Die Frage aber traf mich mitten ins Herz. Während Jahren hatte ich nicht nach Gott gefragt. Eher verachtete ich Gott, als dass ich ihn ehrte. Und jetzt war da diese ganz persönliche Frage:

"Wenn du heute stirbst: Bist du bereit, Gott zu begegnen?"

Ich ging an diesem Abend nach Hause, entlud meine Waffe und dachte über das Gehörte nach.

Es dauerte noch einige Monate, bis ich die Entscheidung traf, Jesus Christus als meinen persönlichen Erlöser anzunehmen. Was für eine Veränderung, als der Sohn Gottes in mein Leben trat! Ich bekam einen ganz neuen Sinn für mein Dasein. Ich wurde wieder völlig hergestellt, verlor meine Bindung an den Alkohol und erlebte eine sofortige Befreiung von meiner 16jährigen Nikotinabhängigkeit. Seelisch und psychisch wurde ich vollkommen geheilt und dies alles ohne medizinische Hilfe und ohne Entzugserscheinungen. Niemand braucht in eine so missliche Lage zu geraten wie ich. Mein ganz persönlicher Wunsch ist, dass es Ihnen gut geht.

Als ich das Vaterunser las und die Verse danach, erkannte ich meine Schuld gegenüber den Eltern. So ging ich nach Hause und bat um Vergebung, auch wenn ich nicht auf grosses Interesse stiess. Diesen Schritt habe ich bis heute als eine der schwierigsten, aber auch fruchtbarsten Etappen in meinem Leben erlebt. Der schwerste und erste Schritt war der Weg über Golgatha! Einzugestehen, dass ich ein Sünder bin und Jesus als einzigen Weg zur Versöhnung mit Gott anzuerkennen. Ich bekam also vor 31 Jahren die Gewissheit ins Herz, dass ich ewiges Leben habe. Auch wenn es nicht immer nur bergauf ging, so durfte ich immer wieder die Hilfe Jesu erleben. Gott hat mir auch eine wunderbare Frau und vier Töchter geschenkt.

Auf die Frage nach dem Sinn Ihres Lebens gibt es letztlich nur eine befriedigende Antwort: Sie brauchen eine persönliche Beziehung zu Gott. Und die bekommen Sie nur durch Jesus Christus, der selber gesagt hat:

"Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, außer durch mich." (Johannes 14,6)

Seit meiner ersten Erfahrung mit dem allmächtigen Gott im Jahre 1977 führe ich nun mein Leben zusammen mit ihm. Das heißt: Ich pflege eine persönliche Beziehung zu Jesus. Dabei erlebe ich Höhen und Tiefen. Zusammenfassend kann ich sagen: Als Christ zu leben ist kein Spaziergang. Man bewegt sich nicht nur auf sonnigen Höhen. Oftmals ist das Leben als bekennender Christ auch ein Kampf mit vielen Herausforderungen. Aber Jesus führt und begleitet mich. Auf dem gemeinsamen Weg mit anderen Christen und beim Bibellesen erlebe ich viel Schönes. Es macht mich glücklich und froh zu wissen, dass ich einmal mit Jesus Christus die Ewigkeit verbringen werde. Ich kann nur sagen:

"Es lohnt sich wirklich zu leben!"

Ich bin überzeugt, dass Gott Ihnen so begegnen kann wie mir. Er hat einen Plan für Ihr Leben. So machte Gott aus einem Trübsalbläser einen fröhlichen Alphornbläser.

Lorenz Schwarz

Hompage: www.lorenzschwarz.ch

Wir bedanken uns für die Erlaubnis.



Bitte lesen Sie die Bibel - das Wort Gottes!
« .... sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Buße. »

Jesus Christus in Lukas 5

Zitat - Dietrich Bonhoeffer

Dankbarkeit ist demütig genug, sich etwas schenken zu lassen.

Der Stolze nimmt nur, was ihm zukommt. Er weigert sich, ein Geschenk zu empfangen.

Zitat - Corrie ten Boom

Baue keine Treppe von guten Werken,
um den Himmel zu erreichen.

Der Himmel ist weit weg von guten Leuten und nur einen Schritt weg von einem Sünder

Zitat - Matthias Claudius

Es ist nichts groß, was nicht gut ist;
und ist nichts wahr, was nicht bestehet.

 
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