Lebensberichte

Diagnose Krebs

von Otto Franz (1923 - 1992)

"Herr, weil mich festhält deine starke Hand, vertrau`ich still!"

Magenbluten! Ich musste ganz schnell ins Krankenhaus. Nach der Untersuchung eröffnete mir der Arzt ohne Umschweife, dass ich Magenkrebs hätte. Er riet mir zur operativen Entfernung des Magens, ansonsten hätte ich nur noch ein halbes Jahr zu leben. Die Operation wurde durchgeführt. Acht Tage später brach die Operationsnaht wieder auf. Notoperation! Dann kamen noch Lungenentzündung und Antibiotika-Allergie dazu. Mein Leben hing nur noch an dem berühmten seidenen Faden. Zwei Tage lag ich im Koma. Die Ärzte hatten meine Frau ins Krankenhaus gerufen, weil sie mich aufgegeben hatten. Doch mein Zustand stabilisierte sich und ich kam wieder zur Besinnung. Der Arzt auf der Intensiv-Station meinte, es wäre ein Wunder geschehen.

Wie wichtig ist es, mit Gott im Reinen zu sein! Das wurde mir neu bewusst. Mag dann kommen, was will, tiefer als in die Arme Gottes kann ich nicht fallen. In den folgenden Wochen im Krankenhaus habe ich oft gebetet: "Herr, sei mir gnädig! Auf dich hoffe ich. Sei jeden Morgen meine Rettung in dieser meiner Not!" Und Gott hat mir wirklich Kraft zum Tragen und Ertragen geschenkt.

Der nächste Schock! Viele schmerzvolle und unangenehme Untersuchungen folgten. Dann kam die schockierende Nachricht: Tumore an der Leber, an der Wirbelsäule und an der Hauptschlagader. Ebenso in den Lymphknoten. Jetzt musste ich mich einer Chemotherapie unterziehen. Auch diese Therapie war für mich sehr notvoll. Meine Ärztin riet mir, meine familiären Angelegenheiten zu ordnen.

Gott sei Dank, ich weiß, dass mein Erlöser lebt! Zum Glauben an Jesus Christus kam ich schon vor 50 Jahren. Ich habe Vergebung meiner Sündenschuld erfahren. Seitdem bin ich mir meiner ewigen Errettung sicher. Ich freue mich darüber, ein Kind Gottes zu sein. Darum ist meine Hoffnung nicht allein auf diese Erde gerichtet, sondern viel mehr auf das Vaterhaus Gottes droben im Himmel. "Unser Bürgerrecht aber ist im Himmel, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus erwarten als den Retter" (Philipper 3,20). Jesus Christus ist für mich der Lebensinhalt. Und darum kann das Sterben für mich nur Gewinn bedeuten. Denn für ewig bei Christus zu sein, ist das Allerbeste. Ich bin keinesfalls traurig, dass mein Leben auf dieser Erde vielleicht bald zu Ende gehen wird, denn ich freue mich auf die ewige Herrlichkeit bei meinem Heiland.

Herr, weil mich festhält deine starke Hand, vertrau' ich still! Manchen Christen gibt der Herr ganz besondere Tragkraft. Auf ihre Schultern legt er für eine bestimmte Zeit Krankheit, Leid, Trauer und Einsamkeit. Nicht, um ihnen weh zu tun, sondern um zu zeigen, dass er ihnen in jeder Lage beisteht. Menschen um uns herum sollen erkennen: Wie deine Tage,so deine Kraft! (5. Mose 33,25) Diese leidgeprüften Christen sollen Zeugnis davon geben, dass sie ihren Herrn lieben. Eben nicht nur in den guten Tagen, sondern auch dann, wenn sie seine Wege nicht verstehen. In noch so schwieriger Lage kommen sie zur Überzeugung: Gott macht keine Fehler! Das demütige Lastentragen kann ein kostbarer Dienst für den Herrn sein. Das sind meine Erfahrungen in diesen schweren Krankheitstagen. Ich bin nicht lebensmüde, sondern ich stütze mich auf die Zusagen meines Herrn und Heilandes Jesus Christus: "So können wir nun zuversichtlich sagen: "Der Herr ist mein Helfer, und deshalb fürchte ich mich nicht vor dem, was ein Mensch mir antun könnte" (Hebr. 13,6). Auch bin ich kein Glaubensheld. Doch jeden Tag lege ich meine schwachen Hände in die starke Hand Gottes. Er kennt Weg und Ziel meines Lebens. Oft bete ich: "Vater, du hast gesagt, dass denen, die dich lieben, alle Dinge zum Besten dienen sollen. Ich verstehe deine Führung jetzt nicht, aber ich vertraue dir." (siehe Römer 8,28)

Mein Wunsch für dich! Vielleicht befindest du dich in ähnlich schwierigen Lebensumständen. Dann wünsche ich dir von ganzem Herzen diese Geborgenheit in unserem Herrn Jesus Christus. Bring alle Lasten, die Schuld der Vergangenheit, aufrichtig zu ihm und vertraue fest darauf, dass er am Kreuz für dich alles gut gemacht hat. Er ist auferstanden und hat den Tod besiegt! In ihm hast du den Zufluchtsort gefunden, der dir in Not und Anfechtung Geborgenheit gibt. Für die restlichen Tage meines Lebens habe ich nur den Wunsch, dass "Christus hoch gepriesen wird an meinem Leib, es sei durch Leben oder durch Tod" (Philipper 1,20).

Aus dem Traktat Wegbegleiter Nr. 09/08
Hier können weitere Schriften kostenlos angefordert werden: missionswerk-heukelbach.de
Wir bedanken uns für die Erlaubnis


Bitte lesen Sie die Bibel - das Wort Gottes!
« .... sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Buße. »

Jesus Christus in Lukas 5

Zitat - Dietrich Bonhoeffer

Dankbarkeit ist demütig genug, sich etwas schenken zu lassen.

Der Stolze nimmt nur, was ihm zukommt. Er weigert sich, ein Geschenk zu empfangen.

Zitat - Corrie ten Boom

Baue keine Treppe von guten Werken,
um den Himmel zu erreichen.

Der Himmel ist weit weg von guten Leuten und nur einen Schritt weg von einem Sünder

Zitat - Matthias Claudius

Es ist nichts groß, was nicht gut ist;
und ist nichts wahr, was nicht bestehet.

 
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