Lebensberichte

Die Strafe liegt auf ihm!


OzeandampferEr war Kapitän auf einem Ozeandampfer. Von Natur war er ein rechter Tyrann und tobte und fluchte viel. Aber auf einer Reise wurde er krank und lag in seiner Kajüte. Der Tod starrte ihm ins Gesicht. Er wand und krümmte sich in der Gegenwart des Todes, und Furcht vor dem Jenseits überkam ihn. Schließlich schickte er nach dem ersten Offizier und sagte:
„Wilhelm, knie nieder und bete für deinen Kameraden, es geht mir schrecklich schlecht. Mir scheint, ich werde sterben.“
„Ich bin kein Beter, Kapitän, ich kann nicht beten.“
„Dann bringe mir eine Bibel und lies mir etwas vor, denn meine Uhr ist abgelaufen.“
„Ich habe keine, Kapitän.“
„Nun, dann schicke den zweiten Offizier her, vielleicht kann der beten.“

Der zweite Offizier stand an seinem Bett. „Höre, Thomas, ich fürchte, meine Reise geht diesmal in die Ewigkeit, knie nieder und bete für mich, wenn du kannst.“
„Gern, Kapitän, wenn ich nur könnte“, sagte der zweite Offizier, „aber seit meiner Kindheit habe ich nie mehr gebetet.“
„Hast du denn eine Bibel?“
„Nein.“
„Dann sagt dem dritten Offizier, er möchte herkommen.“
Der dritte Offizier war wie seine Vorgesetzten. Er konnte weder beten, noch hatte er eine Bibel.

Ach, der arme sterbende Kapitän! Sie durchsuchten das ganze Schiff nach einem Mann, der beten konnte oder wenigstens eine Bibel besaß. Endlich kam einer der Schiffsleute und sagte, er hätte so ein Buch wie eine Bibel in den Händen des Küchenjungen, Willi Platt, gesehen. „Sieh einmal nach, ob er eine hat“, sagte der Kapitän. „Hast du eine Bibel, mein Sohn?“
„Ja“, sagte der Junge, „aber ich lese sie nur in meiner Freizeit.“
„Schon gut, mein Junge, hole sie her, setz dich zu mir, und finde etwas heraus, dass mir hilft. Ich muss sterben. Suche etwas darüber, dass Gott Gnade mit Sündern hat.“
Armer Junge! Er wusste nicht, wo er lesen sollte. Aber er erinnerte sich daran, dass seine Mutter ihn oft das 53. Kapitel Jesaja hatte lesen lassen. Willi nahm seine Zuflucht zu dem Kapitel und las. Er kam zum fünften Vers: „Er ist um unserer Missetat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen; die Strafe liegt auf ihm, auf das wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.“
Der Kapitän hatte zugehört wie einer, bei dem es um Leben und Tod geht. Er wusste, dies war wirklich die letzte Möglichkeit für ihn, sich zu bekehren. Jetzt sagte er:
„Warte, Junge, das klingt so, wie ich es meine. Lies es noch einmal.“ – Wieder las Willi Platt die Worte: Er ist um unserer Missetaten willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen; die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.“
„Ach, Junge, das tut gut, sehr gut.“ Da wurde Willi kühner.
„Kapitän, zu Hause ließ Mutter mich diesen Vers mit meinem Namen lesen. Soll ich ihn jetzt an dieselbe Stelle setzen, wo Mutter es mir sagte?“
„Ja, Junge, lies. Setze deinen Namen gerade an die Stelle, wo sie es dich lehrte.“
Ehrfurchtsvoll las der Junge: „Er ist um Willi Platts Missetat willen verwundet und um Willi Platts Sünde willen zerschlagen. Willi Platts Strafe liegt auf ihm, auf dass Willi Platt Frieden hätte, und durch seine Wunden ist Willi Platt geheilt.“
Als Willi schwieg, beugte sich der Kapitän halb aus dem Bett und rief eifrig:
„Junge, lies das noch einmal, und lies dabei den Namen deines Kapitäns: Johann Müller – Johann Müller!“
Da las der Junge: „Er ist um Johann Müllers Missetat willen verwundet und um Johann Müllers Sünde willen zerschlagen. Johann Müllers Strafe liegt auf ihm, auf das Johann Müller Frieden hätte, und durch seine Wunden ist Johann Müller geheilt.“
Als er fertig war, sagte der Kapitän:
„Junge, geh an Deck.“ Dann legte er sich zurück – er hatte diese wundervollen Worte gehört – sie klangen ihm in den Ohren, er wiederholte sie wieder und wieder mit seinem Namen – und während er das tat, erfüllte himmlische Freude das Herz eines von neuem Geborenen. Wieder glaubte ein Sünder, für den Christus gestorben war, an Ihn und nahm Ihn an (Johannes 1,12). - Ja, es heißt: „So viele Ihn annahmen, denen gab Er Macht, Gottes Kinder zu werden.“

Einige Tage später ging die Seele des Kapitäns heim. Der Körper wurde in Segeltuch gehüllt und ins Meer versenkt, um dort zu ruhen, bis Jesus Christus kommt und die See ihre Toten wiedergibt (Offenbarung 20,13) . Aber bevor er starb, hatte Johann Müller jeden Mann an Bord des Schiffes bezeugt, dass Jesus um seiner Missetat willen verwundet, um seiner Sünden willen zerschlagen und dass er, Johann Müller, durch seine Wunden geheilt war.

Bedenke, Leser, „Gott zeigt seine Liebe gegen uns, dass Jesus Christus für uns gestorben ist, da wir noch Sünder waren (Römer 5,8).“ Kannst Du Ihm nicht auch danken, dass Er als Dein stellvertretender Heiland so für Dich litt am Kreuz auf Golgatha?

„Also hat Gott die Welt geliebt, dass Er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an Ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige leben haben (Johannes 3,16).“

Mache Dir klar! – Gottes Zorn fiel auf Deinen Stellvertreter. Kann er dann noch auf Dich fallen?



Quelle: aus "Reiseführer vom Tode zum Leben",
Ausgabe Juni 1965, Brunnen-Verlag, Basel


Bitte lesen Sie die Bibel - das Wort Gottes!


« Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die wir errettet werden, ist es Gottes Kraft. »

1. Korinther 1,18

Die Bibel



www.bezeugt.de