Lebensberichte

Wie der berühmte Schwimmer Webb starb


NiagarafälleDie Wasser des Kanals fluteten breit und tief. Kein menschlicher Arm hatte sie je in ihrer ganzen Breite durchquert. Da stachelte der Ehrgeiz den berühmten Schwimmer Webb an, das zu erreichen, was noch keiner fertig gebracht hatte. Er vertraute dabei auf seine Kraft. So durchschwamm er diese 25 Meilen und setzte den Fuß auf die Küste Frankreichs.

Er war oft im Wasser gewesen und nie war ihm ein Unglück geschehen. So glaubte er sich gegen jede Gefahr gefeit, und als er am Niagarafall stand und die siedende Strömung betrachtete, beschloss er, sein Leben aufs Spiel zu setzen für seinen Ruhm. – Ruhm, der doch noch nie ein sehnsüchtiges Menschenherz befriedigt hat. Er sagte: „Alles ist Zufall und das Ende – ich denke nicht darüber nach. Ich versuche mein Heil.“

Ohne dass er es wusste, zog er zum letzten Mal seinen vertrauten Schwimmanzug an und tat den verhängnisvollen Sprung in den schäumenden Strom. Wie sonst kam er von seinem Kopfsprung wieder in die Höhe, schwamm und ruderte mit den Armen, aber die wogenden Wasser hielten ihn wie einen Strohhalm in ihrer gewaltigen Umarmung fest und schleuderten ihn ohne Spur und machtlos in den Strudel, dem er so tollkühn getrotzt hatte. Er war verloren, obwohl Tausende dabei standen und zusahen; selbst waren sie in Sicherheit, aber ihm konnten sie nicht helfen.

An dem Ufer des Niagara liegt ein Felsen, der den Namen trägt: „Keine Rettung mehr“. Nur ein kleines Kap, das ins Wasser vorspringt, - die Reisenden gehen achtlos daran vorbei, aber soviel man weiß, ist noch nie ein Mensch, der darüber hinaustrieb, gerettet worden. Auf einer Seite des Felsens ist Leben, Hoffnung und Rettung, auf der anderen Tod, Verzweiflung und Verdammnis, und nur eine so kurze Strecke liegt dazwischen.

In dem unaufhaltsam fließenden Strom des Lebens treiben wir täglich dem Punkte näher, von wo keiner zurückkommt. Und du weißt nicht, wie bald du, halb im Traum, vorbeitreiben wirst an dem Felsen „keine Rettung mehr“! Vielleicht war es heute die Erinnerung an das Bibelwort, dass du auf den Knien deiner Mutter gelernt hast: - oder diese wunderbare Bewahrung im Augenblick drohender Gefahr; - jener Tag, als du an einem offenen Grabe standest und in seine unergründlichen Geheimnisse blicktest; - jene Krankheit, die dich der Ewigkeit äußerlich so nahebrachte, dennoch blieb dein Herz ihr fern. –Wer kann sagen, wann Gottes Stimme zum letzten Mal mit dir reden wird!

Weißt du, welches von diesen Ereignissen in deinem Leben der Felsen sein wird mit der Inschrift: „Keine Rettung mehr!“?

Gott sagt: „Mein Geist soll nicht ewiglich mit dem Menschen rechten.“ (1. Mose 6,3)"


Anmerkung: Matthew Webb wurde am 19. Januar 1848 in England geboren und verstarb am 24. Juli 1883 bei den Niagarafällen.



Entnommen aus „Reiseführer vom Tode zum Leben“, Juni 1965, Brunnen-Verlag, Basel


Bitte lesen Sie die Bibel - das Wort Gottes!


« Denn ihr habt um den Preis eurer Seelen geirrt. »

Jeremia 42,20

Die Bibel



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